Die Arbeitsgemeinschaft Lokalgeschichte Obergünzburg hat sich diesem lokalpolitisch bedeutsamen Ort und der Ereignisgeschichte angenommen und seit 2015 den Geschichtsunterricht in den örtlichen Schulen durch die Einbeziehung des historischen Bezugs verstärkt. Stattgefunden hat dieser außerschulische Unterricht am provisorischen Erinnerungsort DenkStätte „Am Bichtholzer Bach“. Diese Verbindung von Geschichte mit der lokalen Verknüpfung am konkreten Ort fand bei den Schülern sowie Lehrkräften großen Anklang.
Aus diesem Grund möchte der Markt Obergünzburg im LEADER-Projekt „DenkStätte Obergünzburg“ die nachhaltige und dauerhafte Nutzung der historischen Erinnerungsstätte durch die Gestaltung im Sinne eines „Klassenzimmers im Freien“ sicherstellen. Durch die anschauliche Vermittlung der Lebensgeschichten der Bewohner des Eisenbahnwaggons wird an die Struktur des Dritten Reichs und die damit verbundenen Menschenrechtsverletzungen sowie an die unmittelbare Nachkriegszeit angeknüpft. Diese Inhalte fließen auch in entsprechende Lernmaterialien für Lehrkräfte zur optimalen Wissensvermittlung mit lokalem Bezug an die Schüler. Durch den Einbezug der örtlichen Vereine, Institutionen und Museen soll die DenkStätte auch außerhalb der Schule mit Veranstaltungsformaten bespielt werden.
Ziel ist es, einen öffentlich zugänglichen Ort des Nachdenkens, Erinnerns und Mahnens für Obergünzburg und darüber hinaus zu schaffen und damit für die Zeit des Nationalsozialismus und der unmittelbaren Nachkriegszeit in Obergünzburg zu sensibilisieren. Dies soll die demokratische Kultur in der örtlichen Zivilgesellschaft stärken und damit konkret gegen die zunehmende rechte Orientierung wirken.
Anfang 2021 erfolgte die Bewilligung des Projekts durch das zuständige Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Kempten.
